
I.D. Gisela Bergmann
Prinzessin von und zu Liechtenstein
Industrie & Finanzkontor Etablissement
Herrengasse 21, Postfach 339
FL 9490 Vaduz Liechtenstein
8 Januar, 2026
Geehrte Prinzessin Gisela,
Ich erlaube mir, Sie in einer Angelegenheit zu kontaktieren, die mir seit mehreren Jahren große Sorge bereitet und die das Vermächtnis meiner verstorbenen Cousine Philippa Seilern (1948–2018) betrifft.
Ich bin der Onkel von Franz Tassilo Seilern und zugleich der nächste noch lebende Verwandte von Philippa. Sollte Ihnen der Sachverhalt nicht vollständig bekannt sein, möchte ich ihn in aller Kürze und mit der gebotenen Zurückhaltung darlegen.
Nach dem Tod meiner Cousine im Jahr 2018 stellte sich heraus, dass ihre liechtensteinische Stiftung – welche von Ihrem Hause verwaltet wurde – faktisch nicht mehr existent war. Dies allein wäre kein Gegenstand dieses Schreibens, da mir bewusst ist, dass Stiftungsstrukturen rechtlich komplex sind und sich im Laufe der Zeit verändern können.
Was mich jedoch zutiefst beunruhigt, ist ein Vorgang, der sich kurz vor dem Tod meiner Cousine ereignete und dessen menschliche Konsequenzen bis heute andauern.
Kurz vor ihrem Ableben wurde Philippa in ihrer Wohnung in Monte Carlo von Herrn Ernst Blöchlinger aufgesucht, um Dokumente zur Unterschrift vorzulegen. Zu diesem Zeitpunkt war sie bettlägerig, gesundheitlich stark eingeschränkt und vollständig auf die Hilfe ihrer langjährigen Haushälterin Eden Nylen angewiesen. Außer Frau Nylen war niemand anwesend.
In diesem Zusammenhang übergab Philippa Seilern Herrn Blöchlinger ausdrücklich die IBAN-Daten von Frau Nylen. Nach meinem Verständnis geschah dies mit dem klaren Zweck, sicherzustellen, dass Frau Nylen – die über mehr als drei Jahrzehnte treu für sie und ihre Familie gearbeitet hatte – nach ihrem Tod finanziell abgesichert würde und in Würde in ihre Heimat zurückkehren könne.
Nur wenige Tage nach dem Tod meiner Cousine wurde Frau Nylen jedoch ohne Vorwarnung aus der Wohnung entfernt, der Zugang verwehrt und sie praktisch sich selbst überlassen – allein in Monte Carlo, ohne Einkommen, ohne Unterstützung und ohne Erklärung. Dies geschah trotz ihrer jahrzehntelangen Loyalität gegenüber unser Familie.
Seit nunmehr sieben Jahren bemühe ich mich um eine angemessene, diskrete und menschlich vertretbare Lösung dieser Situation.
Was mich in dieser Angelegenheit belastet, ist nicht ein rechtlicher Aspekt, sondern der Mangel an Mitgefühl sowie die existentielle Verzweiflung, die einer einfachen, schutzlosen Haushälterin zugefügt wurden – einer Frau, deren Würde und jahrzehntelange Lebensleistung offensichtlich übersehen wurden und die weder über die Mittel noch über die Möglichkeit verfügte, sich zu verteidigen.
Es ist möglich, dass Ihnen dieser Sachverhalt in dieser Form bislang nicht oder nicht vollständig zur Kenntnis gebracht wurde, oder dass Ihnen die menschlichen Folgen dieser Angelegenheit nicht im Detail bekannt waren.
Eine angemessene Zuwendung an Frau Nylen würde lediglich einen kleinen Bruchteil des Gesamtwertes von Philippa Seilerns Stiftung ausmachen, wäre jedoch für die Betroffene von erheblicher Bedeutung.
Ich möchte klarstellen: Im Falle einer solchen Lösung werde ich sicherstellen, diese Angelegenheit endgültig als erledigt zu betrachten, ohne weitere Konsequenzen. In diesem Sinne bitte ich Sie, mir bei der Ermöglichung einer anständigen und dem erkennbar geäußerten Willen von Philippa Seilern entsprechenden Lösung zu helfen.
Für Ihre Zeit und Ihr persönliches Verständnis danke ich Ihnen im Voraus.

Peter Seilern
www.philippaseilern.ch User Name: philippa
Passwort: sseilern